Sobald die Kreativität und der Drang diese auszuleben durchschlägt, tritt etwas auf den Plan, um wieder Ruhe in den Kopf zu bringen.
Ich bin kein Künstler im weitesten Sinne, denn ich male oder baue nicht. Jedenfalls nicht physisch. Dennoch zähle ich mich zu den kreativen Menschen, denn die schiere Anzahl an Ideen in meinem Kopf weist darauf hin. Manchmal denke ich über Veränderungen nach und wie diese meine Gedanken und Handlungen beeinflussen.
Allein alles was diese Webseite betrifft ist eine Form der Kunst. Dazu vermisse ich es zu Fotografieren, während ich das Schreiben der Bücher eingestellt habe und auch nicht wirklich vermisse. Ich drücke mich einfach über den Blog aus und das reicht mir, was Texte angeht.
Jedesmal wenn ich ein Beitragsbild für einen Inhalt von einem fremden Fotografen herunterlade, bin ich dankbar für seine Arbeit. So gern würde ich mich wieder in der Fotografie verlieren, doch einfach nur zu fotografieren reicht mir nicht, denn Motive gibt es überall. Dabei kommt es nicht darauf an, die teuerste Kamera zu verwenden, auch wenn diese Geräte sehr reizvoll sind, es tut im Prinzip jede Kamera. Selbst das iPhone reicht in vielen Fällen aus, um ein tolles Foto mit einer Geschichte dahinter zu schießen. Ich habe bereits einige Fotos geschossen, die für mich richtig gelungen sind, während andere einfach nur Fotos waren. Das ist ein weiterer Punkt, denn wer legt fest was Kunst ist? Sich nach Richtlinien zu richten ist keine Alternative, sondern der Tot jeder Kunst. Kunst ist so etwas wie ein Stück gelebter Freiheit, manchmal im Kopf und manchmal eben durch eine Linse.
Wer entscheidet hier was ein gutes Foto ist und was nicht? Die Fotos sind hier nicht im Originalformat, aber es reicht um etwas aufzuzeigen.
Die ersten beiden Fotos sind in der Tat Schnappschüsse, keine Planung und beim ersten Foto noch etwas Nachbearbeitung. Nummer 3 und 4 sind mit einer DSLR fotografiert und die letzten beiden Fotos wurden wie die beiden ersten Fotos mit dem iPhone fotografiert. Was ist hier Kunst und was nicht?
Interessanter Weise sind all diese Fotos, auch wenn ich sie mag, nichts was ich künftig fotografieren möchte. Doch es geht hier nicht allein um Fotografie. Es geht mehr darum was passiert, wenn man seine Kunst nicht ausleben kann. Bei mir ist es der ständige Drang nach Optimierung der Umgebung, damit mein Kopf wieder frei ist. Es beginnt damit, das ich nicht klar denken kann, wenn zu viel Unordnung hinter meinem Rücken herrscht. Hier schlägt dazu noch mein Wunsch nach etwas mehr Minimalismus durch. Anna würde sagen, und da bin ich bei ihr, es sind die Energien, der Fluss der Energien, der gestört ist. Ich kann das sehr gut einschätzen, weil ich das Chaos nicht einmal sehen muss um es wahrzunehmen.
Doch es ist wie mit vielen Dingen. Wenn man nicht ins Handeln kommt, ändert sich nichts. Genau das ist derzeit der Fall und daher ist vermutlich der Gedanke der Umgestaltung entsprungen. In meinem Kopf spiele ich hunderte Bilder durch, wie es aussehen könnte und was dafür notwendig ist. Das Ergebnis, es sieht aus wie vorher, denn ich komme an dieser Stelle nicht ins Tun. Es ist verhext und einfach wie immer.
Mein Kopf ist beschäftigt und sobald ich die vielen Sachen im Raum sehe, bin ich raus. Dann setzte ich mich vor den Rechner und schalte ab. Dabei ist es nur ein Anfangen, Schritt für Schritt. Doch mit dem Aufräumen habe ich es nicht so und Anna fällt noch auf unbestimmte Zeit aus. Nicht falsch verstehen, wir sind nicht zugemüllt.
Der Wunsch auf Veränderung ist dennoch ständig vorhanden und es gibt Tage, an denen ich am Liebsten alles rausschmeissen und neu einrichten würde oder dazu noch den Ort wechseln mag. Einfach alles hinter sich lassen und neu starten.
Da ich dies derzeit alles nicht kann, bleibt meine Kreativität in meinem Kopf, wie in einem Gefängnis, eingesperrt. Nur ab und an tropft ein Text wie dieser heraus und erblickt die digitale Welt. Die einzigen Möbel die sich bewegen sind mein Tisch, der auf und ab fahren kann, sowie der Hocker davor.