Es sind Tage wie heute, an denen ich mich wie ein normaler Mensch fühle. Ganz normale Gedanken kreisen in meinem Kopf und ich lasse den Tag irgendwie vorübergehen.
Ich freue mich, dass wir so nette Nachbarn haben und zeitgleich würde ich gern auswandern. Das ist doch das über was sich normale Menschen Gedanken machen, oder? So genau weiß ich das nämlich gar nicht, denn so richtig normal denken kann ich gar nicht. Bei mir kommen dann schnell neue Ideen dazu, die meine Synapsen übernehmen. Dennoch bin ich ein ganz normaler und umgänglicher Mensch, nur ein wenig anders.
Heute gab es Bauchfleisch aus dem Ofen mit einer Wahnsinns Kruste, bei der bestimmt der nächste Seismograf ausgeschlagen hat. Es war sehr köstlich und diese wichtige Information musste ich mitteilen. Eigentlich war das auch Annas Vorschlag und nicht meiner. Ich war nur für die Marinade und Zubereitung, nebst Zimmerservice und dem Aufräumen der Küche verantwortlich.
Als ich heute um 4 Uhr den ersten Vogel habe zwitschern hören, war die Welt noch in Ordnung. Doch dann stimmten immer mehr Vögel ein und es gab ein geordnetes Durcheinander-Zwitschern, bei dem ich dann wieder beruhigt eingeschlafen bin. Die Welt ist da Draussen noch in Ordnung, denn komische Vögel gibt es nur bei uns Menschen.
Die Waschmaschine läuft heute bereits seit den frühen Morgenstunden und hat noch lange nicht Feierabend. Denn auch den verkünden die Vögel mit einem Abendkonzert. Die Natur ist schon faszinierend.
Mir sind für die Zukunft bereits wieder einige Ideen in den Sinn gekommen. Doch heute bleibe ich auf dem Teppich und schalte einen Gang herunter, lasse den Tag vergehen und schiebe meine Ideen auf die kommenden Tage. Ja, auch das klappt manche Tage, so wie heute. Meine Gedanken kreisen dafür darum, wie ich mich um den weiteren Haushalt drücken kann, denn ich habe dazu überhaupt keine Lust. Daher mache ich heute als Ausnahme bereits vor den Vögeln Feierabend und flüchte mich in die Parallelgesellschaft, nur um später den Vögeln ihren Abendgesang zu gönnen.
Es ist schön, dass ich Anna dabei zusehen kann, wie es ihr von Tag zu Tag etwas besser geht. Das ist zwar noch weit vom dem entfernt, was als Ziel anvisiert ist, doch es ist ein Anfang. Die vergangenen Zeiten waren deutlich schlechter und ich brauche diese nicht nochmal. Anna sieht das bestimmt genauso.
Selbst den Einkauf habe ich auf Morgen verschoben, denn der gehört zum Thema Haushalt. Verhungern werden wir nicht, also alles gut. Ich nehme mir heraus so etwas wie einen faulen Tag einzulegen. Zugegeben mit ein wenig Gehirnaktivität und neuen Ideen, weil sie wichtig sind.
Ich werde mir noch weitere schicke Bungalows aus den Staaten anschauen, denn die Grundstücks- und Häusergröße ist schon faszinieren. Sie spricht mich doch mehr an, als ein kleines Haus mit Handtuchgarten. Wenn ich schon wenig Platz habe, dann doch bitte auf einem Boot oder im Wohnmobil. Da würde ich gern auf ein paar Quadratmeter verzichten. So könnte ich auch der Pappel entkommen, die sich gefühlt immer weiter auf unser Zuhause zubewegt. Vielleicht sollte ich ihr einen GPS Tracker verpassen, nur um sicher zu gehen, dass es nur mein Gefühl ist und der Baum nicht plötzlich unerwartet bei uns im Garten steht.
