Im Zuge unseres Umbaus habe ich es vor einigen Tagen bereits kurz angeschnitten: Wir haben uns von YouTube getrennt und werden bei PrivatBlick künftig vollständig auf Videos verzichten.
Diese Entscheidung richtet sich nicht gegen YouTube. Ich halte die Plattform weder grundsätzlich für schlecht, noch möchte ich unsere frühere Zeit dort kleinreden. Die Gründe sind vielmehr persönlicher Natur – und am Ende war es nicht ein einzelner Punkt, sondern die Kombination aus vielen verschiedenen Dingen.
Eigentlich wollten wir zurückkehren
Anna und ich hatten ursprünglich geplant, wieder auf YouTube aktiv zu werden. Schließlich waren wir dort seit Ewigkeiten nicht mehr präsent. Über diese Pläne und auch über unsere frühere Zeit auf der Plattform habe ich bereits in verschiedenen Beiträgen geschrieben.
Und diese Zeit war schön.
Wir haben Erfahrungen gesammelt, Menschen erreicht und einiges gelernt. Trotzdem müssen manche Dinge nicht für immer weitergehen, nur weil sie einmal ein wichtiger Teil des eigenen Lebens waren. YouTube gehört für uns inzwischen zu einem Kapitel, an das wir gerne zurückdenken, das aber abgeschlossen ist.
Gute Videos brauchen Zeit und Energie
Einer der wichtigsten Gründe ist die Zeit. Auf absehbare Zeit werden wir schlicht nicht genügend davon haben, um einen Videokanal so zu betreiben, wie wir es für richtig halten würden.
Denn ein gutes Video entsteht nicht einfach dadurch, dass man eine Kamera einschaltet und drauflosredet. Es braucht Vorbereitung, ein Thema, ein Konzept, die Aufnahme selbst und anschließend die Bearbeitung. Dazu kommen Vorschaubilder, Beschreibungen, Veröffentlichung und Pflege des Kanals.
Natürlich könnte man vieles einfacher und schneller produzieren. Doch wenn wir Videos machen, dann möchten wir auch hinter ihnen stehen können. Halbherzig Inhalte zu veröffentlichen, nur um regelmäßig etwas hochzuladen, fühlt sich für uns nicht richtig an.
Hochwertige Videos benötigen Zeit, Konzentration und Energie. Genau diese Ressourcen möchten und müssen wir momentan an anderer Stelle einsetzen.
Nicht jeder fühlt sich vor der Kamera wohl
Hinzu kommt, dass Anna gesundheitlich eingeschränkt ist. Deshalb ist sie nicht gerade unglücklich darüber, nicht regelmäßig vor einer Kamera auftreten und performen zu müssen.
Vor der Kamera zu stehen, bedeutet schließlich mehr, als nur anwesend zu sein. Man muss aufmerksam sein, sprechen, reagieren und eine gewisse Energie ausstrahlen. Selbst dann, wenn es einem an diesem Tag vielleicht nicht besonders gut geht.
Was für Außenstehende leicht und ungezwungen aussieht, kann hinter den Kulissen viel Kraft kosten. Auch das gehört zur Wahrheit über Videoinhalte.
Für uns gibt es keinen vernünftigen Grund, zusätzlichen Druck aufzubauen, wenn andere Formate deutlich besser zu unserem Leben und unseren Möglichkeiten passen.
PrivatBlick hat sich weiterentwickelt
Seit dem Start hat sich die Ausrichtung von PrivatBlick leicht verändert und korrigiert. Das ist vermutlich ganz normal. Ein Projekt beginnt mit einer bestimmten Vorstellung, entwickelt mit der Zeit aber seinen eigenen Charakter.
Man merkt, welche Themen wirklich wichtig sind, welche Formate Freude bereiten und was langfristig zu einem passt. Gleichzeitig erkennt man, was nur deshalb verfolgt wurde, weil es einmal geplant war oder scheinbar zu einem modernen Onlineprojekt dazugehört.
YouTube hat in der heutigen Ausrichtung von PrivatBlick keinen wirklichen Platz mehr.
Das bedeutet nicht, dass Videos grundsätzlich nicht zu persönlichen Inhalten passen.
Fokus statt Reichweite um jeden Preis
Ich bin der Meinung, dass es besser ist, sich auf das zu konzentrieren, worum es wirklich geht.
Unser Ziel ist es nicht, möglichst viele Abonnenten zu sammeln. Natürlich sind Abonnenten Menschen. Trotzdem sagt ein abgeschlossenes Abonnement zunächst nur aus, dass jemand irgendwann auf einen Knopf gedrückt hat.
Es sagt nicht automatisch, ob diese Person unsere Inhalte regelmäßig verfolgt, sich wirklich für unsere Gedanken interessiert oder langfristig Teil einer Gemeinschaft sein möchte. Diese Lektion haben wir früher selbst gelernt.
Große Zahlen wirken beeindruckend. Sie sind sichtbar, messbar und lassen sich gut präsentieren. Doch sie erzählen nur einen kleinen Teil der Geschichte.
Uns geht es nicht um Zahlen, sondern um Menschen. Um Leserinnen und Leser, Hörerinnen und Hörer und um diejenigen, die sich bewusst Zeit für unsere Inhalte nehmen. Vielleicht kommentieren sie, schreiben uns eine Nachricht oder denken einfach eine Weile über einen Beitrag nach.
Diese Form von Interesse lässt sich nicht immer in Abonnentenzahlen ausdrücken. Für uns ist sie trotzdem wesentlich wertvoller.
Texte und Podcasts passen zu uns
Künftig konzentrieren wir uns deshalb vor allem auf Texte und Podcastepisoden.
In diesen Formaten können wir Gedanken ausführlicher entwickeln, Erfahrungen einordnen und Themen in dem Tempo behandeln, das zu uns passt. Ein Text verlangt keine Kamera und ein Podcast muss keine perfekte Inszenierung sein.
Vor allem aber bereiten uns diese Formate am meisten Freude.
Und genau darum geht es letztlich. Unser Leben und unsere Zeit sind begrenzt. Deshalb möchten wir sie nicht damit verbringen, Inhalte für eine Plattform zu produzieren, nur weil man es vielleicht von einem Onlineprojekt erwartet.
Wir möchten das machen, was zu uns passt, was uns guttut und woran wir Freude haben.
Für PrivatBlick bedeutet das: weniger Formate, mehr Fokus und hoffentlich mehr Raum für die Inhalte, die uns wirklich am Herzen liegen.
YouTube war ein schöner Teil unserer Geschichte. Doch nicht jedes schöne Kapitel braucht eine Fortsetzung.
