Warum wir Spotify und Apple Podcasts verlassen

Warum wir Spotify und Apple Podcasts verlassen

Von Heiko

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Nachdem wir uns bereits gegen eine Rückkehr zu YouTube entschieden haben, folgte nun ein weiterer Schritt: Wir verabschieden uns auch von Spotify und Apple Podcasts.

Unsere Podcastepisoden bleiben ein wichtiger Teil von PrivatBlick. Wir hören also nicht mit dem Podcasten auf. Wir möchten unsere Inhalte lediglich nicht länger über Plattformen verbreiten, bei denen wir am Ende nur begrenzt beeinflussen können, was mit ihnen geschieht.

Diese Entscheidung ist nicht über Nacht gefallen. Sie ist das Ergebnis einer Entwicklung, die sich schon länger abgezeichnet hat. Dabei geht es vor allem um drei Dinge: Unabhängigkeit, Datenschutz und Kontrolle.

Unsere Inhalte, die Plattform verdient

Plattformen wie Spotify und Apple Podcasts bieten Reichweite, eine bekannte Oberfläche und einen bequemen Zugang. Für viele Menschen gehören sie längst zum Alltag. Das ist verständlich und grundsätzlich auch nichts Schlechtes.

Trotzdem sollte man sich bewusst machen, wie dieses System funktioniert.

Wir produzieren die Inhalte. Wir investieren Zeit, Gedanken und Energie. Die Plattform bekommt dafür neue Inhalte, längere Nutzungszeiten und im besten Fall neue oder stärker gebundene Kundinnen und Kunden.

Die Plattform profitiert also von unserer Arbeit. Gleichzeitig entsteht für uns eine immer stärkere Abhängigkeit von ihr.

Solange alles funktioniert, fällt das kaum auf. Doch Regeln, technische Voraussetzungen und Darstellungen können sich jederzeit ändern. Inhalte können schlechter auffindbar werden, Funktionen verschwinden oder Zugänge eingeschränkt werden. Als kleiner Anbieter hat man darauf nur wenig Einfluss.

Man darf die Plattform nutzen – aber man besitzt sie nicht.

Bequemlichkeit kann abhängig machen

Plattformen sind bequem. Genau darin liegt ihre Stärke, aber auch ihre Gefahr.

Je mehr Hörerinnen und Hörer sich daran gewöhnen, einen Podcast ausschließlich über eine bestimmte Anwendung zu hören, desto schwieriger wird es für die Produzierenden, diese Plattform später wieder zu verlassen.

Irgendwann entsteht der Eindruck, der Podcast gehöre zu Spotify oder Apple Podcasts. Tatsächlich sind diese Dienste jedoch nur Verbreitungswege. Der Podcast selbst stammt weiterhin von den Menschen, die ihn aufnehmen, bearbeiten und veröffentlichen.

Trotzdem wird die Plattform zunehmend zur Verbindung zwischen uns und unserem Publikum. Sie entscheidet, wie unsere Inhalte angezeigt werden, welche Informationen hervorgehoben werden und wie leicht eine neue Episode gefunden werden kann.

Diese Verbindung möchten wir wieder selbst in der Hand haben.

Es geht auch um Datenschutz

Ein weiterer Punkt ist der Umgang mit Daten.

Wer Inhalte über große Plattformen konsumiert, hinterlässt Spuren. Welche Episode wurde angehört? Wann wurde sie gestartet? Wie lange wurde zugehört? Welche weiteren Inhalte interessieren die Person?

Solche Daten sind für Plattformen wertvoll. Sie helfen dabei, Nutzerprofile zu erstellen, Empfehlungen zu verbessern und Menschen möglichst lange im jeweiligen System zu halten.

Wir möchten nicht, dass der Zugang zu unseren Gedanken zwangsläufig mit einer solchen Datensammlung verbunden ist. Natürlich können auch wir nicht jede technische Spur verhindern. Dennoch können wir uns bewusst für Wege entscheiden, bei denen weniger Beteiligte zwischen uns und unserem Publikum stehen.

Datenschutz bedeutet für uns nicht, dass digitale Angebote vollkommen unsichtbar oder anonym funktionieren müssen. Es bedeutet aber, sorgfältig zu überlegen, wem wir welche Rolle geben und welche Unternehmen vom Verhalten unserer Hörerinnen und Hörer profitieren.

Kontrolle über die eigenen Inhalte

Der wichtigste Punkt ist für uns die Kontrolle.

Wir möchten selbst entscheiden, wo unsere Inhalte erscheinen, wie sie präsentiert werden und unter welchen Bedingungen sie erreichbar sind. Wir möchten nicht darauf angewiesen sein, dass eine fremde Plattform unsere Inhalte weiterhin unterstützt oder unseren Zugang zu den Menschen aufrechterhält, die uns zuhören.

Eigene Inhalte sollten nicht nur theoretisch die eigenen sein.

Dazu gehört für uns auch, dass der wichtigste Kontakt nicht zwischen Publikum und Plattform entsteht, sondern zwischen Publikum und PrivatBlick.

Wer unseren Podcast hört, soll sich für unsere Inhalte entscheiden – nicht für einen Dienst, der sie gerade zufällig anbietet.

Das mag weniger bequem sein. Es kann auch bedeuten, dass wir auf einen Teil der möglichen Reichweite verzichten. Doch Reichweite allein ist nicht unser Ziel.

Weniger Reichweite, mehr Unabhängigkeit

Spotify und Apple Podcasts zu verlassen, wird vermutlich nicht dazu führen, dass mehr Menschen unsere Episoden hören. Wahrscheinlich wird zunächst sogar das Gegenteil eintreten.

Das nehmen wir bewusst in Kauf.

Eine große Reichweite ist nur dann wertvoll, wenn die Bedingungen dazu passen. Was nützen viele Aufrufe, wenn der Kontakt zu den Menschen letztlich einer Plattform gehört? Was nützen Abonnements, wenn eine Änderung des Dienstes ausreicht, um diesen Zugang zu verlieren?

Wir möchten lieber eine kleinere Zahl an Menschen erreichen, die den Weg bewusst zu uns findet, als eine große Zahl, die uns nur innerhalb eines fremden Systems begegnet.

Das ist kein Urteil über diejenigen, die Spotify oder Apple Podcasts verwenden. Es ist eine Entscheidung darüber, wie wir unsere eigene Arbeit veröffentlichen möchten.

Zurück zu einem offeneren Internet

Das Internet war einmal stärker von direkten Verbindungen geprägt. Menschen besuchten Webseiten, speicherten Lesezeichen und abonnierten Inhalte unabhängig von einzelnen Plattformen.

Heute findet ein großer Teil des digitalen Lebens innerhalb weniger geschlossener Systeme statt. Das ist bequem, führt aber dazu, dass immer mehr Kontrolle bei immer weniger Unternehmen liegt.

Wir möchten diesen Weg für PrivatBlick nicht weitergehen.

Unsere Inhalte sollen wieder stärker dort zu Hause sein, wo auch PrivatBlick zu Hause ist. Nicht exklusiv in einer Anwendung, nicht abhängig von einem Benutzerkonto und nicht eingebettet in ein System, dessen Interessen sich jederzeit ändern können.

Wir möchten den direkten Weg stärken – auch wenn er manchmal ein wenig unbequemer ist.

Ein bewusster Schritt

Der Abschied von Spotify und Apple Podcasts ist kein Protest und keine Abrechnung. Beide Plattformen haben ihre Vorteile und für viele Podcasts können sie weiterhin die richtige Wahl sein.

Für uns passen sie jedoch nicht mehr zu der Richtung, in die sich PrivatBlick entwickelt.

Wir möchten unabhängiger werden. Wir möchten den Datenschutz stärker berücksichtigen. Und wir möchten wieder mehr Kontrolle über die Inhalte haben, in die wir so viel Zeit und Persönlichkeit investieren.

Unsere Podcastepisoden verschwinden deshalb nicht.

Sie kommen nur wieder ein Stück näher zu uns zurück.

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