Die Zeiten sind nicht ganz einfach. Anna liegt die meiste Zeit im Bett und widmet sich ihrem Hobby. Draußen scheint die Sonne und ich sitze vor dem Bildschirm.
Das ist zumindest das häufigste Szenario derzeit. Seit Annas Krankheit geht es manchmal drunter und drüber und ich fühle mich dann mit der ganzen Situation etwas überfordert, auch wenn ich einige Dinge einfach ausblende. Doch die Verantwortung für die Familie im Ganzen zu tragen, ist in den heutigen Zeiten keine leichte Aufgabe. Beschweren mag ich mich nicht, auch wenn mir hin und wieder danach ist. Denn eines steht fest, ich bin derzeit hinten dran und kann über meine Zeit nicht wirklich frei entscheiden. Das ich gern meine Zeit vor dem Bildschirm verbringe hilft in dieser Situation. Da ist ja noch die Arbeit im Garten, die ich nicht anfangen mag, denn Anna benötigt meine Hilfe bei den täglichen Dingen und ich mag nicht den ganzen Dreck aus dem Garten ins Haus tragen. Abgesehen davon mag ich eine angefangene Arbeit nicht unterbrechen. Das ist nicht mein Ding.
Wäsche fällt so ziemlich jeden Tag an und somit lasse ich diesen Punkt einfach mal so stehen.
Heute habe ich wieder gekocht und ich mag es immer noch nicht. Das wird sich wohl nicht ändern. Der Blumenkohl, die Champignons und die frische Petersilie mussten weg. Daher gab es eine Pfanne mit angebratenen Blumenkohlrösschen, den Champignons in Scheiben geschnitten mit viel Basilikum, Thymian, Oregano, Meersalz und am Ende mit frischer Petersilie in kleinen Stücken überschüttet. Sie musste halt verbraucht werden und schmeckt gut. Damit es nicht so traurig aussah habe ich noch frische Bratwurst dazu gebraten. Alles in allem ein schnelles und einfaches Gericht, doch jeden Tag so kochen? Nein danke, das ist nun wirklich nicht meins.
Angesichts meines Geburtstags hatte ich bereits vor 2 Tagen das Haus gestaubsaugt und die Bäder gereinigt. Also kann ich hier erstmal etwas nachlässiger sein. Der Vorgarten schreit auch schon nach einer aufräumenden Hand, damit er wieder einladend ausschaut.
An unserer neuen Webseite arbeite ich morgen weiter und die App kommt danach. Ganz nebenher muss noch das Geld für den täglichen Bedarf erwirtschaftet werden, wobei man hier angesichts der Preise kaum noch hinterherkommt.
Du siehst, langweilig wird es mir nicht. Ich freue mich auf den Tag, an dem ich das nicht mehr allein stemmen muss, auch wenn es für gestandene Hausfrauen nach einem normalen Tag klingt. Ich bin weder Koch, noch Reinigungskraft und an diese Rollen werde ich mich wohl nicht gewöhnen.
