Von mir aus könnten Palmen wachsen und das Meer rauschen. Oh, dafür wohne ich eventuell falsch. Macht nichts, die Sonne und die Temperaturen entschädigen ein wenig dafür.
Es ist ein Tag an dem ich sogar etwas weiter gekommen bin im Garten. Allerdings macht es nur halb so viel Freude ohne Anna. Nicht das sie was tun könnte, doch ihre Anwesenheit und die Unterhaltungen fehlen dann doch. Sie weilt oben im Bett, da wir keinen Bungalow bewohnen. Ein Treppenlift kommt finanziell nicht in Frage, denn diese Teile sind unverschämt teuer, so wie alles, was gebraucht wird. Und so bekannt, dass wir von einer dieser Treppenlift Firmen gesponsert werden, sind wir noch nicht. Ich sage das ganz bewusst mit dem "noch nicht", denn ich verspüre den Ehrgeiz genau diesen Bekanntheitsgrad zu erreichen. Da dies aber alles auf einem privaten Level läuft, ist es ungleich schwerer da man aufpassen muss was man schreibt und sagt. Die Regeln sind da streng und völlig fehlgeleitet, aber es gibt sie halt. Natürlich kenne ich auch dafür Lösungen, doch auch die kosten Geld.
Nun denn, die Biotonne ist gut 3/4 gefüllt und ich muss etwas Platz lassen, damit die Küchenbioabfälle noch hinein passen. Da ist dann noch die Entsorgung der Induktion, die natürlich nicht einfach beim Wertstoffhof sondern zur Deponie gebracht werden muss. Die ist nicht um die Ecke, aber was soll's. Ich habe ja so viel Zeit und kann den halben Tag unterwegs sein. Ironie muss auch mal sein.
Anna leidet, weil sie nicht so kann wie sie gerne möchte und ich leide irgendwie mit, nur anders. Das Leben verläuft nicht immer so wie man es gerne hätte, ansonsten wäre es ja lebenswert. Was mir nur auffällt ist, dass wenn du zwar positiv in die Zukunft schaust, aber die Situation eben schlecht ist, du einen Stein nach dem anderen in den Weg gerollt bekommst. Es ist ein Dominoeffekt, der wirklich nervig ist. Aber auch davon lasse ich mich nicht unterkriegen und gehe meinen Weg, denn er ist meine einzige Chance für uns. Es steht noch so einiges auf dem Zettel und meine Energie ist nicht unendlich vorhanden. Daher wer ich erstmal Sonne tanken und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, auch wenn ich nicht gläubig bin. Ein wenig Anstand hat noch nie geschadet.
Die kommenden Tage sollen noch wärmer werden, was ich auf der einen Seite sehr begrüße und dann doch wieder nicht, denn so richtig ausnutzen geht gerade auch nicht. Es ist schon etwas verzwickt. Am liebsten würde ich Anna in ein Wohnmobil stecken und einfach losfahren. Doch das scheitert gleich an zwei Dingen, ich besitze kein Wohnmobil und die Spritpreise sind steuerlich so belastet, dass sie als Wucher zu bezeichnen sind. Wenn der Staat es könnte, würde er noch jeden einzelnen Sonnenstrahl besteuern, um sich die Taschen voll zu machen. Das macht es doch gleich viel besser und der Gedanke einfach in die Ferne zu ziehen flammt wieder auf, wohlwissend, dass dort andere Probleme auf einen warten. Von der rosaroten Brille halte ich rein gar nichts, denn es die Realität die man lebt. So schlecht ist es in Deutschland auch wieder nicht, dass ich flüchten muss. Ich denke mir einfach die Pappenheimer da oben weg und dann ist es hier ganz nett.
Nach der ganzen Gartenarbeit rieche ich etwas streng und gehe mich zuerst lüften. Die Dusche kann warten, die Sonne wartet nicht. Sie zieht einfach weiter und hinterlässt die Nacht. Daran sieht man sehr schön, wie unnötig diese ganzen Krisen, Kriege und Unruhen im Kern sind. Die Welt dreht sich weiter, mit ihnen oder ohne sie. Dann können wir das einfach weglassen. Es hat ohnehin keinerlei Auswirkungen. Nur könnten sich manche Hohlbirnen dann ihre Taschen nicht mehr vollstopfen, dass kann ich nicht verantworten. Also belassen wir es doch bei künstlichen Krisen, Kriegen und Unruhen. Nicht das noch jemand an der nächsten Million scheitert, die daraus finanziert wird. Das kann man nicht verantworten. Da stecke ich gerne zurück, halte mich an unsinnige Regeln und grinse dabei. Denn die Gedanken sind frei.
