Ein Hauch von Fernweh

Ein Hauch von Fernweh

Von Heiko

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Ich mochte noch nie lange an einem Ort verweilen. In diesem Haus ist es bereits rekordverdächtig, doch das ist nicht das eigentliche Problem.

Es ist einfach so, dass die Wände immer näher rücken und ich einfach das Gefühl habe, an einen anderen Ort gehen zu müssen. Das ist mit einer Familie nicht mal eben so machbar und derzeit ohnehin nicht. So harre ich hier aus und versuche mir vorzustellen, dass es alles wieder in bester Ordnung ist.

Das Problem, dass Anna nicht so kann wie sie gern möchte, ist es nicht. Dafür kann sie nichts und ich vermisse es ohnehin schon, dass wir fast alles gemeinsam erledigen können. Dieses Manko sorgt natürlich dafür, dass bei mir das ein oder andere Ungleichgewicht aufkommt. Da mein Kopf sowieso nur mit Denken beschäftigt ist und sich nur selten eine Pause genehmigt, ist es manchmal einsam, auch wenn nur eine Treppe dazwischen liegt.Die Arbeit im Garten, die sich stapelt und darauf wartet, dass ich mich endlich bequeme alles in Ordnung zu bringen, ist es auch nicht.

Es ist das Gesamtpaket, einfach die Sicht zu verändern. In mir schlummert ein Nomade, der an einem Ort fixiert ist und so langsam rebelliert, denn er weiß wie kurz das Leben sein kann.Somit ist es heute wenig hilfreich, dass die Sonne scheint, der Himmel blau ist und die Temperaturen moderat sind.

Heute ist ein Fernwehtag, ein Tag um neue Orte zu entdecken, andere Luft zu atmen und einfach das Leben zu geniessen. Es ist auch ein Tag, an dem vieles nicht so läuft, wie es laufen sollte. Innerlich lache ich darüber, doch es verändert wenig am Resultat. Es ist ein Tag, der sich nicht so entwickelt hat, wie er sollte. Heute ist ein Tag, an dem ich mich auf Morgen freue und hoffe, dass alles wieder gut ist.

Die Natur scherrt sich nicht darum, sie macht einfach das was sie immer tut, allen Umständen zum Trotz. Das ist schon beeindruckend, mit welchem Starrsinn sie sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Am Ende ist dann wieder Frühling und alles blüht, wie jedes Jahr.