Ich höre ihn und sehe die Arbeit die noch vor mir liegt. Doch nun muss ich erstmal meine Dinge im Haus erledigen. Auch wenn die Sonne so schön scheint.
Es ist für mich auch keineswegs verlockend, schwere Gehwegplatten zu verlegen und eine Menge Erde um zu schaufeln. Dazu kommt dann zwingend das aufräumen der Terrasse mit kleineren Folgearbeiten. Vermutlich muss ich dazu erst richtig Lust haben, mich komplett einzusauen und verschwitzt unter die Dusche zu hüpfen. Ist nicht so mein Ding und doch meine Baustelle. Es kommt der Zeitpunkt und wenn ich erstmal anfange, dann geht es recht schnell. Doch der Anfang …
Im Haus habe ich derzeit genug zu tun und eine kleinere Baustelle bei meiner Mutter ist auch noch offen. Ich bin wohl gefragt, zumindest wenn es um Arbeit geht. Spaß beiseite, ich mache das alles gerne, doch weiß ich momentan nicht so richtig wo ich meine Zeit hernehmen soll. Prinzipiell ist alles eine Frage der richtigen Einteilung, dass ist mir durchaus bewusst. Dann ist da noch Anna, die ich nicht so lange sich selbst überlassen kann. Ein weiterer Punkt, denn über meine Zeit allein zu verfügen ist momentan nicht drin. Es ist alles ein Kompromiss und die Zeitfenster passen einfach nicht immer.
Zumindest den Grill habe ich jetzt bereits zwei Tage hintereinander angeworfen. Mein Blick habe ich dabei versucht, nicht auf die anfallenden Arbeiten zu lenken. Es hat teilweise geklappt und ich bin damit zufrieden. Das gegrillte Fleisch schmeckt um längen besser, als aus der Pfanne und ich bilde mir ein, dass es eine andere Wirkung auf den Körper hat. Nun rieche ich nach Grill und es stört mich nicht die Bohne, welche ich gar nicht mehr esse und das schon sehr sehr lange nicht mehr.
Jedesmal wenn ich vor das Haus trete, schreit mich dazu der Vorgarten an, denn auch dort stehen Frühjahrsarbeiten an. Es belibt mir nichts erspart und irgendwann muss ich wohl loslegen. Sobald dann alles fertig ist, kräht keine Hahn mehr danach und das Leben schreitet weiter fort. Sollte ich Arbeiten nicht erledigen schreitet das Leben auch fort. Nur ein flüchtiger Gedanke, das kann ich dann doch nicht so stehen lassen.
Ich habe einfach alle Türen zu und höre somit keinen Garten und der Blick auf den Bildschirm lässt mich das wenige Chaos auf der Terrasse nicht sehen. Die Methode funktioniert erfahrungsgemäß nicht allzu lange, doch derzeit klappt es. Ich werde Anna nach unten tragen und mit dem Rollstuhl einfach dazusetzen, dann hat sie die Möglichkeit ihre Kommandos zu geben, die ich vielleicht ignorieren werde und vorallem bekommt sie frische Luft und eventuell etwas Sonne.
Ja, so werde ich das machen und der Tag kommt, schneller als ich möchte, soviel ist sicher.
