Wenn wir an unser Leben zurückdenken, erinnern wir uns häufig an besondere Ereignisse.
Reisen.
Geburtstage.
Abschiede.
Erfolge.
Katastrophen.
Den ersten Tag irgendwo.
Oder den letzten.
Dazwischen liegen allerdings Tausende Tage, an denen scheinbar nichts Besonderes passiert ist.
Wir sind aufgestanden.
Haben Kaffee getrunken.
Gearbeitet.
Etwas gegessen.
Mit jemandem gesprochen.
Vielleicht einen Spaziergang gemacht.
Dann sind wir schlafen gegangen.
Diese Tage verschwinden meistens irgendwo im Gedächtnis.
Und doch besteht der größte Teil unseres Lebens genau aus ihnen.
Vielleicht unterschätzen wir deshalb das Normale.
Wir warten auf Wochenenden, Urlaube, Feiern und besondere Ereignisse und behandeln die Zeit dazwischen manchmal wie einen langen Flur, durch den wir möglichst schnell hindurchmüssen.
Dabei findet dort unser eigentliches Leben statt.
Vielleicht war heute nichts Besonderes.
Aber jemand saß mit uns am Tisch.
Vielleicht haben wir gelacht.
Vielleicht schien kurz die Sonne durchs Fenster.
Vielleicht war das Essen gut.
Vielleicht hatten wir zehn Minuten lang überhaupt kein Problem.
Solche Momente erscheinen uns kaum erinnerungswürdig.
Bis sie irgendwann fehlen.
Dann würden wir womöglich viel dafür geben, noch einmal einen dieser vollkommen gewöhnlichen Nachmittage erleben zu können.
Das bedeutet nicht, jeden Moment zwanghaft genießen zu müssen.
Auch gewöhnliche Tage dürfen nervig, langweilig oder anstrengend sein.
Vielleicht sollten wir ihnen nur etwas mehr Aufmerksamkeit schenken.
Denn wenn wir immer nur auf die besonderen Tage warten, übersehen wir leicht, woraus unser Leben hauptsächlich besteht.
Aus ganz normalen Tagen.
Und vielleicht sind sie weniger gewöhnlich, als wir glauben.
