Wir lernen früh, uns einzuordnen.
Wer ist schneller?
Wer ist besser?
Wer hat mehr erreicht?
Später verändern sich nur die Kategorien.
Wer verdient mehr?
Wer hat zuerst ein Haus?
Wer gründet eine Familie?
Wer ist beruflich weiter?
Plötzlich entsteht der Eindruck, das Leben besitze einen Zeitplan.
Mit dreißig müsste man dieses erreicht haben.
Mit vierzig jenes.
Und wenn nicht, sei man irgendwie zu spät.
Aber zu spät wofür?
Menschen starten unter völlig unterschiedlichen Bedingungen.
Sie wollen unterschiedliche Dinge.
Sie erleben unterschiedliche Umwege.
Manche wissen mit zwanzig genau, was sie möchten.
Andere entdecken es mit fünfzig.
Das eine ist nicht automatisch besser als das andere.
Vielleicht entsteht der Druck vor allem dadurch, dass wir das Leben wie eine gemeinsame Strecke betrachten.
Als würden alle auf dasselbe Ziel zulaufen.
Aber vielleicht gibt es dieses gemeinsame Ziel überhaupt nicht.
Was für einen Menschen Erfolg bedeutet, kann für einen anderen völlig uninteressant sein.
Ein großes Unternehmen.
Ein ruhiges Leben.
Eine Familie.
Freiheit.
Sicherheit.
Abenteuer.
Keiner dieser Wege gewinnt automatisch gegen die anderen.
Vielleicht können wir deshalb aufhören, ständig zu prüfen, wer vor uns läuft.
Manchmal ist wichtiger zu wissen, ob wir überhaupt in die Richtung gehen, in die wir selbst möchten.
Denn schnell auf dem falschen Weg zu sein ist kein besonders guter Vorsprung.
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