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War früher wirklich alles besser?

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War früher wirklich alles besser?

Von Heiko

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Früher war alles besser.

Diesen Satz hört wahrscheinlich jede Generation irgendwann.

Die Musik war besser.

Die Menschen waren freundlicher.

Das Essen schmeckte besser.

Die Sommer waren schöner.

Und überhaupt war das Leben irgendwie einfacher.

Vielleicht stimmt manches davon sogar.

Aber unser Gedächtnis ist kein neutrales Archiv.

Es erzählt Geschichten.

Unangenehme Details verblassen.

Schöne Erinnerungen bekommen mit den Jahren manchmal einen warmen Filter.

Wir erinnern uns an lange Sommerferien, aber weniger daran, wie oft wir uns gelangweilt haben.

Wir denken an alte Freundschaften und vergessen manche Konflikte.

Wir vermissen eine Zeit, obwohl wir uns damals vielleicht genauso über unseren Alltag beschwert haben wie heute.

Nostalgie ist deshalb nichts Schlechtes.

Im Gegenteil.

Es kann wunderschön sein, sich zu erinnern.

Problematisch wird es nur, wenn die Vergangenheit dadurch zu einem Ort wird, gegen den die Gegenwart grundsätzlich verlieren muss.

Denn heute besitzt einen unfairen Nachteil:

Wir erleben alles.

Die Rechnungen.

Die schlechten Nachrichten.

Die Kopfschmerzen.

Die langweiligen Tage.

Von früher bleibt dagegen eine Auswahl.

Vielleicht war früher also nicht alles besser.

Es war anders.

Und manches davon war tatsächlich schön.

Aber vermutlich gibt es auch heute Dinge, auf die wir eines Tages mit derselben Sehnsucht zurückblicken werden.

Das Merkwürdige daran:

Im Moment halten wir sie wahrscheinlich für vollkommen selbstverständlich.

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