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Man muss nicht aus allem etwas machen

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Man muss nicht aus allem etwas machen

Von Heiko

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Wir haben eine erstaunliche Fähigkeit entwickelt, selbst Freizeit in Arbeit zu verwandeln.

Wer gerne fotografiert, könnte doch einen Kanal daraus machen.

Wer gut kocht, vielleicht ein Geschäft.

Wer gerne schreibt, sollte Reichweite aufbauen.

Wer Sport treibt, könnte seine Fortschritte dokumentieren.

Aus einem Hobby wird schnell ein Projekt.

Aus Freude ein Ziel.

Aus einem Ziel eine Kennzahl.

Natürlich kann daraus etwas Großartiges entstehen.

Viele Menschen haben aus einer Leidenschaft ihren Beruf gemacht.

Aber vielleicht muss das nicht immer die nächste Stufe sein.

Manche Dinge dürfen wertlos sein – zumindest im wirtschaftlichen Sinn.

Ein Spaziergang muss keine Kilometerzahl erreichen.

Ein Buch muss uns beruflich nicht weiterbringen.

Ein Hobby darf Geld kosten statt welches einzubringen.

Eine Stunde kann gut gewesen sein, obwohl am Ende nichts produziert wurde.

Vielleicht fällt uns das schwer, weil Produktivität einen hohen Stellenwert bekommen hat.

Zeit soll genutzt werden.

Aber was bedeutet eigentlich genutzt?

Wenn ich zwei Stunden etwas getan habe, das mich glücklich gemacht hat, war diese Zeit dann unproduktiv?

Vielleicht sollten wir manche Dinge gerade deshalb schützen, weil sie keinen anderen Zweck besitzen.

Nicht alles muss wachsen.

Nicht alles muss optimiert werden.

Nicht alles muss irgendwann erfolgreich sein.

Manches darf einfach schön sein.

Das ist möglicherweise Zweck genug.

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