Du kennst das. Kurz bevor sich der vermeintliche Erfolg ergibt, dreht sich der Wind und alles geht den Bach runter. Doch die Frage, die sich förmlich aufdrängt, ist doch, ob der Erfolg überhaupt als konkretes Ziel ins Auge gefasst wurde und ob man wirklich alles dafür getan hat, um diesen zu erreichen.
Niederlagen sind kleine Siege
Das, was sich paradox anhört, ist die komplette Wahrheit. Denn durch jede Niederlage lernst du und kommst dem Erfolg das nächste Mal näher. Es ist wie hinfallen und wieder aufstehen. Dieses Verhalten entscheidet über Sieg oder Niederlage. Wer liegen bleibt, der wird nie siegen. Das ist im Sport so, ebenfalls am Finanzmarkt und in jedem leistungsorientierten Sektor.
Manchmal reicht es, nur knapp daneben zu liegen, und die Welt bricht zusammen. Doch wenn man ehrlich mit sich selbst ist, dann scheint irgendein Baustein gefehlt zu haben. Diese Erkenntnis kommt erst beim Reflektieren der Situation.
Aufgeben ist keine Option
Wenn du dir ein Ziel gesetzt hast, dann solltest du nicht wie eine Schildkröte gegen die Wand laufen und denselben Fehler erneut machen, nur um zu zeigen, dass die Niederlage reproduzierbar ist.
Dennoch sollte Aufgeben keine Option sein, denn nur wenn Fehler erkannt oder neue Wege gefunden werden, kann dies zum Erfolg führen.
Erstmal Luft holen
Für mich ist das Wichtigste, erstmal Luft zu holen, denn Emotionen sind hierbei schlechte Ratgeber und machen meist alles nur noch schlimmer.
Einfach kurz die Augen schließen und einige Male tief durchatmen und dann beruhigen. Nur wenn ein entspannter und emotionsfreier Zustand erreicht ist, kann die Analyse beginnen.
Wenn dieser Zustand nicht schnell erreicht wird, dann ist morgen auch noch ein Tag. Abstand ist das Gebot der Stunde.
Eigene Fehler eingestehen
Um eine Niederlage ehrlich zu analysieren, muss die Bereitschaft bestehen, eigene Fehler zu erkennen und vor allem zu benennen. Das ist kein Zeichen der Schwäche, sondern genau das Gegenteil.
Wer sich eigene Fehler nicht eingesteht, der wird nie langfristig erfolgreich sein.
Warum schreibe ich nun über Erfolg und Niederlage?
Weil ich es kann und weil ich gerade eine Niederlage aus eigenem Verschulden erlitten habe. Damit ist es für mich Grund genug, aus meinem Erfahrungsschatz diverser Siege und Niederlagen zu plaudern.
In meinem Leben habe ich von beidem genug selbst erlebt und durchgemacht. Doch eins habe ich nie getan: Ich bin nie liegen geblieben, denn Aufgeben ist für mich keine Option.
Was ist, wenn gar nichts mehr klappt?
Das ist ein beklemmendes Gefühl und ich kenne auch dieses. Einfach die eigenen Ansprüche etwas zurückschrauben und klein neu beginnen. Erfolg kommt selten über Nacht, es dauert oft Jahre, und für den einen oder anderen kommt er gar nicht. Doch auch das ist ein Erfolg, denn der Versuch zählt. Ohne es zu versuchen, kann niemand wissen, ob es nicht doch hätte klappen können. Die Besserwisser kommen immer danach. Höre nicht auf sie, denn sie wissen es selbst nicht besser.
Manchmal ist es auch einfach der falsche Weg gewesen, was überhaupt nicht verwerflich ist. Viele Wege führen nach Rom und man muss nur den finden, der für einen selbst frei von Felsbrocken ist.
Meine heutige Niederlage
Es waren umgerechnet 0,023 Prozent, die mich von einem Sieg getrennt haben. Das war schmerzlich und ärgerlich, doch für mich kein Grund aufzugeben. Ich war nah dran und habe meinen Fehler bereits gefunden und werde ihn das nächste Mal berücksichtigen. Wenn es dann 0,0023 Prozent werden, dann bin ich auf dem richtigen Weg.
Es ging bei der Niederlage nicht um etwas Großes, sondern wirklich Kleines, doch ich bin ein Mensch des Sports und Verlieren liegt mir nicht.
Ich werde weiter an meiner Strategie feilen und irgendwann erreiche ich einen kleinen Sieg, der eben keine Niederlage ist. Denn Siege müssen nie groß sein, selbst wenn sich große Siege besser anfühlen. Doch es sind die kleinen Erfolge, die zu einem großen Sieg führen.
