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Der letzte ganz normale Tag

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Der letzte ganz normale Tag

Von Heiko

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Irgendwann tun wir Dinge zum letzten Mal.

Das Merkwürdige daran ist: Meistens wissen wir es nicht.

Wir besuchen einen Menschen und verabschieden uns wie immer.

„Bis bald.“

Aber es gibt kein bald mehr.

Wir gehen durch eine Wohnung, in der wir jahrelang gelebt haben, schließen irgendwann die Tür und kehren nie wieder zurück.

Wir fahren eine bestimmte Strecke.

Sitzen an einem bestimmten Tisch.

Treffen eine bestimmte Gruppe von Menschen.

Hören jemanden lachen.

Alles vollkommen gewöhnlich.

Erst später verstehen wir, dass es das letzte Mal war.

Vielleicht berührt uns dieser Gedanke deshalb so sehr, weil wir uns ein bewusstes Ende wünschen.

Wir würden gerne wissen, welche Momente wichtig sind.

Dann könnten wir besser aufpassen.

Noch einmal richtig hinsehen.

Noch etwas sagen.

Vielleicht jemanden länger umarmen.

Aber das Leben gibt uns diese Hinweise meistens nicht.

Es setzt keine Überschrift über einen Tag:

Heute wirst du etwas zum letzten Mal erleben.

Vielleicht steckt darin aber auch etwas Wertvolles.

Wenn wir nicht wissen können, welcher gewöhnliche Moment irgendwann einmal wichtig wird, bekommt Aufmerksamkeit eine andere Bedeutung.

Nicht als ständige Angst vor Verlust.

Sondern als Erinnerung daran, nicht alles als selbstverständlich zu betrachten.

Die Stimme eines Menschen.

Ein vertrauter Raum.

Ein gemeinsames Abendessen.

Ein Tier, das neben uns liegt.

Ein Weg, den wir jeden Tag gehen.

Vielleicht werden wir manches davon noch tausendmal erleben.

Vielleicht aber auch nicht.

Wir wissen es schlicht nicht.

Und genau deshalb könnte heute ein guter Tag sein, ein kleines bisschen genauer hinzusehen.

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