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Das Leben, das wir nicht gelebt haben

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Das Leben, das wir nicht gelebt haben

Von Heiko

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Jede Entscheidung öffnet einen Weg.

Und schließt gleichzeitig andere.

Wer in eine Stadt zieht, lebt nicht in der anderen.

Wer sich für einen Beruf entscheidet, erlebt nicht alle möglichen anderen Karrieren.

Wer mit einem Menschen sein Leben verbringt, wird nie erfahren, wie ein Leben mit jemand anderem ausgesehen hätte.

Diese ungelebten Möglichkeiten begleiten uns manchmal als leise Frage:

Was wäre gewesen, wenn?

Das Faszinierende daran ist, dass diese Frage niemals zuverlässig beantwortet werden kann.

Wir vergleichen unser wirkliches Leben mit einem erfundenen.

Und erfundene Leben besitzen einen unfairen Vorteil:

Wir können die unangenehmen Teile einfach weglassen.

Vielleicht wäre der andere Beruf großartig gewesen.

Vielleicht aber auch langweilig.

Vielleicht wäre das Leben in der anderen Stadt perfekt gewesen.

Oder wir hätten uns dort einsam gefühlt.

Wir werden es nie wissen.

Das kann bedauerlich wirken.

Aber vielleicht macht gerade diese Begrenzung Entscheidungen bedeutsam.

Wir können nicht alles erleben.

Ein menschliches Leben ist zu kurz für sämtliche Möglichkeiten.

Also wählen wir.

Manchmal richtig.

Manchmal falsch.

Und häufig können wir das nicht einmal eindeutig beurteilen.

Vielleicht besteht Frieden deshalb nicht darin, niemals über andere Wege nachzudenken.

Sondern darin, irgendwann zu akzeptieren:

Ein erfülltes Leben muss nicht alle möglichen Leben enthalten.

Nur eines.

Unseres.

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